Warum leide ich an Makuladegeneration?
Nicht jeder Mensch entwickelt im Alter eine AMD. In Deutschland sind heute jedoch bereits 35 % aller Menschen über 75 Jahre davon betroffen. Das Erkrankungsrisiko ist von mehreren Faktoren abhängig. Diese werden unterschieden in nicht beeinflussbare und beeinflussbare Faktoren.
Nicht beeinflussbare Faktoren:
Alter, genetische Veranlagung, Geschlecht (weiblich), Kataraktoperation (grauer Star)
Beeinflussbare Faktoren:
Rauchen, starke Sonneneinstrahlung, Bluthochdruck, Ernährung
Beim Sehvorgang und im Stoffwechsel der Netzhaut entstehen als Nebenprodukte sogenannte „freie Radikale“. Verschiedene Befunde sprechen dafür, dass eine vermehrte Bildung dieser aggressiven Moleküle neben bestimmten Lebens- und Ernährungsgewohnheiten bei der Entstehung der AMD eine Rolle spielt. Man spricht hierbei auch von „oxidativem Stress“.
Was kann ich gegen AMD tun?
Zur Unterstützung der Funktion der Augen und zum Schutz vor den schädlichen freien Radikalen benötigt das Auge eine ganze Reihe natürlich vorkommender Mikronährstoffe. Diese müssen über die Nahrung bzw. als Nahrungsergänzung aufgenommen werden: Lutein und Zeaxanthin, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Vitamine, antioxidative Enzyme und Spurenelemente.
Lutein und Zeaxanthin
Diese pflanzlichen Farbstoffe Lutein und Zeaxanthin, die beide zu der Gruppe der Karotinoiden gehören, dienen nicht nur den Pflanzen als effektiver Lichtschutz. Im menschlichen Körper findet man sie hochkonzentriert im zentralen Bereich der Netzhaut, dem sogenannten „Gelben Fleck“ (=Makula). Hier binden sie freie Radikale (antioxidative Wirkung) und filtern wie eine „natürliche Sonnenbrille" schädliches UV-Licht. So schützen sie die empfindlichen Sehzellen vor photochemischen Schäden. Studien zufolge ist die Lutein-Konzentration in der Makula bei AMD-Patienten um 32 % niedriger als bei Augengesunden. Eine Lutein-Zufuhr normalisiert die Pigmentdichte der Makula und verbessert dadurch die Sehfunktion.
Omega-3-Fettsäuren
Die Netzhaut besteht zu 60 % aus ungesättigten Fettsäuren, insbesondere aus den Omega-3-Fettsäuren DHA, EPA und DPA, die im Auge wichtige Schutzfunktionen als effektive Radikalenfänger übernehmen. Als Hauptbestandteil der Netzhautzellen spielen sie auch bei der Hell-Dunkel-Anpassung des Auges eine große Rolle. Die erst vor Kurzem veröffentlichten Ergebnisse der ALIENOR- und PIMAVOSA-Studien belegen, dass eine ausgewogene Kombination der Omega-3-Fettsäuren DHA, EPA und DPA die Aufnahme der Makulapigmente Lutein und Zeaxanthin verbessern. Damit kann das Risiko einer AMD reduziert und das Fortschreiten einer bestehenden AMD verlangsamt werden.
Resveratrol
Resveratrol ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der vor UV-Licht und oxidativem Stress schützt. Er wirkt entzündungshemmend und hemmt die Blutplättchenverklumpung. Resveratrol kommt in bestimmten Pflanzen bzw. pflanzlichen Lebensmitteln (Früchten) vor. Speziell rote Trauben und Rotwein weisen eine hohe Konzentration an Resveratrol auf.
Resveratrol hat eine Reihe von positiven Eigenschaften, die in verschiedenen Studien z. B. bei Krebs, Diabetes, Autoimmunerkrankungen, kardiovaskulären (Herz und Gefäße betreffende) und neurodegenerativen (das Nervensystem betreffende) Erkrankungen sowie bei AMD untersucht worden.